Christi Himmelfahrt - hoch und wieder runter

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Nur 40 Tage nach Ostern und es ist wieder so weit. Das nächste christliche Fest folgt: Christi Himmelfahrt. Für manche eher als „Vatertag“ bekannt.
Im apostolischen Glaubensbekenntnis bestätigen wir: „Am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel aufgefahren in den Himmel aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“ Der erste Schritt der Demütigung Jesu beinhaltete, dass er seinen Status aufgab, den er im Himmel hatte und, dass er die irdischen Verhältnisse akzeptierte. Dieses Ereignis der Fleischwerdung Jesu (Inkarnation) feiern wir groß im Kreise der Familie zu Weihnachten. „Ein Kind ist uns gegeben.“
Der zweite Schritt seiner Erhöhung (den ersten Schritt haben wir zu Ostern gefeiert) beinhaltete die irdischen Verhältnisse zu verlassen und seinen Platz beim Vater wieder einzunehmen. Dieses Ereignis feiern wir eher klein und am Rande zu Himmelfahrt.

Die Himmelfahrt war für Jesus ein Heimkommen in das, was ihm schon immer gehörte, noch bevor er zu einem kleinen Kind wurde, oder noch bevor Gott überhaupt irgendetwas geschaffen hatte. Zu Himmelfahrt erhielt er seine volle Herrlichkeit zurück, die schon immer sein war und derer er sich entledigte, als er auf Erden wandelte. Als er zurückkehrte, erfüllte er damit, was im Alten Testament über den Messias angekündigt wurde: „Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setzte dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache“ (Psalm 110,1). Das Sitzen zur Rechten Gottes meint nicht, dass Jesus tagein tagaus nur auf seinem Thron sitzt und sonst nichts zu tun hat. Es meint vor allen Dingen, dass ihm Ehre und Herrschaft übergeben wurde. Und es bestätigt, dass das, was Jesus durch Kreuz und Auferstehung tat, wirklich vollendet und gültig ist.
Im Buch des Propheten Daniel wurde diese Szene der Inthronisation schon lange vor Jesu Lebzeiten angekündigt: „Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der uralt war, und wurde vor ihn gebracht. Der gab ihm Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten.

Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende.“ (Daniel 7,13-14).
Mit der Himmelfahrt Jesu erfüllt sich diese alte Prophezeiung Daniels. Zumindest beginnt sie sich zu erfüllen. Aber noch scheint es heute nicht so, als sei ihm die volle Herrschaft über die Erde übergeben, und noch muss der Messias warten, bis seine Feinde zum Schemel seiner Füße geworden sind, oder, dass ihm alle Völker und Menschen dienen.
Aber auch das hat schon begonnen. Es hat begonnen, aber es ist noch nicht vollständig da. Um den Globus herum beginnen Menschen aller Völker und Kulturen, in Jesus Christus den rechtmäßigen König über diese Welt zu sehen, und sie dienen ihm und seinem Reich jetzt schon. Sie tun es in ganz verschiedenen politischen System: Demokratien und Diktaturen. „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, hatte Jesus vor dem römischen Stadthalter Pilatus kurz vor seiner Kreuzigung gesagt. Seine Herrschaft ist keine politische Herrschaft, sondern eine Herrschaft über die Herzen von Menschen. Das Heimgehen zu seinem Vater hatte Jesus schon etliche Male angedeutet. Das eine Mal, als seine Botschaft auf völliges Unverständnis stieß (Johannes 6,62). Das andere Mal, als er seinen Jüngern ankündigte, dass er zum Vater zurückgehen werde, um ihnen Wohnungen vorzubereiten (Johannes 14,2).
An anderer Stelle kündigt er an, dass es gut sei, dass er gehe, denn sonst würde „der Tröster“, der Heilige Geist nicht kommen. Vom Thron Gottes aus, zur rechten des Vaters sitzend, sendet Jesus seinen Heiligen Geist, zu seiner Kirche. Das feiern wir dann 10 Tage später zu Pfingsten.

„Von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten“
Für die Wiederkunft Jesu gibt es zu unserer Zeit noch keinen Feiertag. Ob die Menschen in Zukunft nach der Wiederkunft diesen Tag feiern werde, ähnlich wie wir heute Weihnachten und Ostern feiern? Es ist das eine große Ereignis, auf welches die Gemeinde Jesu und die Welt unweigerlich zugehen. Das erste Mal ist Jesus als ein Lamm gekommen, welches für die Sünden der Welt dahin gegeben wurde. Er kam, lebte und starb ganz unscheinbar, ungesehen von der Weltöffentlichkeit. Auch seine Auferstehung und Himmelfahrt geschahen in aller Heimlichkeit. Doch das zweite Mal wird er in aller Öffentlichkeit kommen, und zwar nicht als Lamm, sondern als der Löwe:
„Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen.“ (Offenbarung 1,7)
Bei seiner Wiederkunft kommt er als Richter und rechtmäßiger Herrscher über diese Erde. Sein Wort wird dann endgültig sein, und es wird über ewiges Leben und ewigen Tod entscheiden (Psalm 2,6-9; Matthäus 25, 31-46).
Ist das ein Ereignis in unserer Weltgeschichte mit welchem wir rechnen? Welchem nächsten Ereignis gehst du gedanklich in deinem Leben entgegen?

Euer Alexander Pritzkau