Die Fastenzeit - Hören auf Gott

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Seit Jesu Tod erinnern sich Christen in den Wochen vor Karfreitag an das Leiden und Sterben Jesu Christi und bereiten sich auf Ostern vor, auf die Botschaft von der Auferstehung. Die sogenannte Fasten- oder Passionszeit beginnt mit dem Aschermittwoch und endet am Karsamstag. Fasten bedeutet, Gott gegenüber eine fragende Haltung einzunehmen und zu hören, was er zu sagen hat. Im Verzicht der Fastenzeit lebt die Erinnerung daran, dass wir es nicht immer allein und selber am besten wissen, was gut für uns ist.

Manchmal ist es nur ein kleiner Schritt zur Seite, und es zeigt sich auf einmal etwas anderes, Unerwartetes, lange Übersehenes. Wenn das gelingt, dann lassen wir bekanntes und umrissenes Gelände hinter uns und fasten auf einen ständig weiter werdenden Horizont hin. Dann finden wir danach den Weg in die Gewohnheit vielleicht gar nicht wieder zurück – und gehen einen neuen.
Dann leuchtet vom Ende der Fastenzeit her Ostern auf, die Auferstehung, das Leben nach dem Tod. Probehalber etwas anders zu machen – auch wenn es schwer fällt – kann die Entdeckung mit sich bringen, dass es anders besser sein könnte. Eine Weile das zu vermeiden, womit wir sonst viel Zeit verbringen und uns besonders im Wege stehen, das setzt Kräfte frei. Der Verzicht macht Appetit – auf das Leben.
Was wäre wenn? Was wäre, wenn ich nicht jeden Abend auf dem Sofa zu bewegten Bildern einschlafen würde? Wenn ich jeden Tag eine neue Begegnung wagen würde, wenn ich vorwärts schauen würde, statt zurück? Die Skizze eines anderen Alltags, der Blick in eine andere Richtung, eine Perspektivverschiebung.
Wir brechen mit Gewohnheiten, selbstverständlichen Gesten des Alltags, machen etwas anders als sonst und bringen damit, leise und ohne ruckartige Bewegungen, gewohnte Ordnungen durcheinander. Vielleicht läuft alles nicht mehr ganz so rund und vorhersehbar wie sonst. Vielleicht stolpert man auf einmal im gewohnten Takt. Der Tagesablauf verschiebt sich, Zeit ist da, wo Hetze war. Ruhig und wach hören wir uns selber wieder – und Gott. Diese Zeit im Kirchenjahr lebt auf Veränderung und Erneuerung hin. (Neben diesen gibt es hier weitere gute Gedanken zur Fastenzeit www.7-wochen-ohne.de)

Abenteuer Alltag
Wir wollen die Fastenzeit als Gemeinde für eine gemeinsame Erfahrung nutzen: Acht Wochen lang wollen wir den Alltag mit allen seinen Facetten zu Jesus Christus, unserem Herrn in Beziehung bringen, indem wir:
• den Tag bewusst mit Gott beginnen und beenden,
• ihm die täglichen Beziehungen anvertrauen,
• mit ihm allein sein, um die Seele mit Nahrung zu versorgen,
• mit Gott der täglichen Arbeit nachgehen – so als stünde er neben uns,
• auf den Heiligen Geist hören,
• einen eigenen geistlichen Zugang zu Gott finden und diesen Zugang vertiefen und ausbauen,
• über das eigene Lebenstempo nachdenken und auf Gottes Reden durch die Bibel hören,
• einen ganz normalen Tag mit Jesus planen und in Angriff nehmen.
Alle Teilnehmer erhalten ein Arbeitsbuch mit Andachten für jeden Tag. Einmal in der Woche treffen wir uns in der Kleingruppe (Hauskreis, Bibelgesprächskreis, JET, etc.) zum Gespräch. Wer keine Gruppe hat, kommt ins Gemeindehaus, um die Erfahrungen dort auszutauschen. Die Gottesdienste werden jeweils eines der genannten Themen vertiefen und helfen, den Glauben ganz praktisch im Alltag zu leben.
Das Wertvolle an einer gemeinsamen Aktion mit der ganzen Gemeinde ist, dass jeden Tag alle über dieselben Impulse nachdenken und ganz ähnliche Erfahrungen machen. Deshalb lass Dich einladen und sei dabei beim Abenteuer Alltag. 40 Tage bis Ostern, die uns gemeinsam näher zu Jesus bringen werden. Ich freue mich darauf.
 

Euer André Krause