Erntedank im Oktober - Leben im Überfluss

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„Und wenn du gegessen hast und satt bist, sollst du den HERRN, deinen Gott, loben für das gute Land, das er dir gegeben hat. So hüte dich nun davor, den HERRN, deinen Gott, zu vergessen, sodass du seine Gebote und seine Gesetze und Rechte, die ich dir heute gebiete, nicht hältst. Wenn du nun gegessen hast und satt bist und schöne Häuser erbaust und darin wohnst und deine Rinder und Schafe und Silber und Gold und alles, was du hast, sich mehrt, dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst.“ 5. Mose 8,10-14

Es ist wieder soweit. Die Zeit der Ernte ist vorbei und so ist es auch wieder Zeit, um Gott danke zu sagen. Erstaunlich, wie selbstverständlich es für uns ist, in einen Supermarkt zu gehen und sich all das kaufen zu können, was man eben gerade möchte und braucht: Brot, Spagetti, Reis, Tomaten, Kartoffeln, Eier, Milch usw.

Uns ist heute der lange Prozess des Anbauens, des Angewiesen-Seins auf Rege und Sonnenschein, des Wartens und des Erntens gar nicht mehr so richtig bewusst. Wir sind es gewohnt, alles sofort zu bekommen. Was würde wohl passieren, wenn wir in den Supermarkt gehen und plötzlich nicht mehr die Lebensmittel bekommen, die wir all die Jahre zu fast jeder Tageszeit kaufen konnten?
Es scheint so, als führe ein enormer Überfluss nicht immer zu (großer) Dankbarkeit. Alles zu bekommen, was wir möchten, gehört zu unserem Alltag. Wir sind es gewohnt und es ist nichts Außergewöhnliches für uns. - Insbesondere für die Generationen, welche die Zeiten des Krieges und der Planwirtschaft nicht mitbekommen haben. Vielleicht könnte es uns helfen, das bewusste, zeitlich begrenzte Entbehren einzuüben, um sich selbst zu vergegenwärtigen, was wir haben. Ich ermutige euch dazu, dies auszuprobieren.
Alles im Überfluss zu haben ist ein Segen. Lasst uns nicht vergessen, dass dieser Segen von oben her kommt. Dass er uns von Gott geschenkt ist. Lasst uns unsere Güter bereitwillig mit denen teilen, die wenig oder gar nichts haben. Machen wir uns bewusst, dass alles, was wir haben, nicht uns selbst gehört, sondern wir es nur von Gott geliehen bekommen haben.

Euer Alexander Pritzkau,
Jugend- und Gemeindereferent

Bild: Karl-Heinz Laube / pixelio.de