Hinhören! Aber wie? - Die Lectio Divina
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Geht es dir manchmal so, dass dein Leben im Rückblick weit hinter dem zurück bleibt, was du dir eigentlich vorgenommen hast? Vielleicht wolltest du eigentlich einen besseren Zeugnisdurchschnitt, schon längst einige Länder der Welt erkundet, eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen, endlich mal diese 5 besonderen Bücher gelesen, einen alten Freund angerufen, oder etwas für deine Beziehung zu Gott getan haben?

So oft bleiben wir hinter unseren Idealen und Zielen zurück. Manches sollte doch sehr viel einfacher sein – nur fehlt da der erste Schritt. Einfach mal tun…aufstehen, gehen, loslaufen. Nur wie?
Ich bräuchte da manchmal jemanden, der mir einen kleinen Tritt in meinen Allerwertesten verabreicht! War da nicht jemand, der uns eigentlich helfen sollte?! Na klar – der Geist Gottes. Er soll uns zum vollen Verständnis der Wahrheit Gottes führen (Johannes 16,13). Es heißt doch immer, dass wir ein Tempel des Heiligen Geistes sind (1.Korinther 6,19).
Wenn das stimmt, bedeutet das, dass er immer bei mir ist. Es gibt also nie einen Zeitpunkt, an dem ich allein bin. Das wiederum müsste bedeuten, dass er auch zu mir spricht. Manchmal bin ich allerdings nicht da, und manchmal höre ich nicht so richtig hin. Ich rechne ja noch nicht einmal immer damit, dass er zu mir sprechen will! Kein Wunder, dass ich das eine oder andere verpasse! Aber wenn er wirklich Gott ist, und dazu da ist, mir Dinge von Jesus und vom Vater weiterzugeben, dann müsste er eigentlich auch mit mir reden (Johannes 16,14-15).
Hast du schon mal die Erfahrung gemacht, dass der Heilige Geist dir etwas zugeflüstert hat? Er kann in 1001 Sprachen mit uns kommunizieren. Und vermutlich redet er mit jedem seiner Kinder ein wenig anders – auf eine ganz besondere Weise.
Wenn du gerade 20 Minuten Zeit hast, möchte ich dir mit einer besonderen Übung helfen, deine Beziehung zu ihm zu vertiefen, falls sie dir etwas eingerostet zu sein scheint oder du mal etwas Neues ausprobieren möchtest.
Es handelt sich um die sogenannte „Lectio Divina“ – das bedeutet „Göttliche Lesung“. Bevor du sie beginnst, denke daran, dass er bei dir ist und vertraue darauf, dass er jetzt wirklich mit dir reden will. Danke ihm kurz für seine Gegenwart und für sein Reden. Auf geht’s!
Lesen u. Hören: Lectio
Lies einen kurzen Bibelabschnitt von ca. 10-20 Versen. - Falls du nicht weißt, wo du beginnen könntest: Wähle einen Abschnitt im Johannesevangelium). Lies die Perikope (Bibelstelle) einige Male durch, aber langsam. Während du liest, achte auf das besondere Wort oder den besonderen Abschnitt, der dich anspricht. Wohin lenkt das Wort Gottes deine Aufmerksamkeit? Vertieftes Nachdenken: Meditatio
Wiederhole laut das Wort oder den Abschnitt, zu welchem du gezogen wurdest. Stelle eine Verbindung des Inhalts zu deinem Leben her. Was sagt Gott zu dir durch dieses Wort oder den Abschnitt? Lass deine Gedanken um diesen Inhalt kreisen!  
Gebet: Oratio
Nimm nun diese Gedanken und lege sie im Gebet vor Gott hin, indem du ihm dafür dankst, ihn um Führung bittest, um Vergebung, und indem du in seiner Liebe ausruhst. Das Gebet sollte eigentlich die gesamte Lectio Divina durchziehen. Zu welchem
Gebet möchte dich der Herr führen?  
Betrachtung: Contemplatio
Gehe von der Aktivität des Gebets zur Ruhe der inneren stillen Betrachtung. Ruhe einfach in der Gegenwart Gottes aus. Bleib offen für IHN. Höre IHM zu. Bleibe im Frieden und in der Stille vor Gott. Wie offenbart sich dir der Herr? Erlaube seinem Geist mit dieser Wahrheit dein Leben zu durchtränken, während du sie auslebst. Wenn es Dir wirklich wichtig ist zu lernen auf die Stimme des Heiligen Geistes in deinem Leben zu hören, dann trainiere diese Lectio Divina so lange, bis sie fester Bestandteil deiner Begegnung mit ihm wird. Du wirst merken, dass es irgendwann ganz natürlich für dich wird, seine Stimme zu hören.
Und vergiss nicht – er ist immer bei dir, selbst, wenn du es nicht merkst – denn du bist sein Tempel.
Herzlich verbunden, euer Alexander Pritzkau
Bild: johnnyb/ pixelio.de