Hingeschaut - Vollzieht Gott immer noch Wunder?

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Wunder, das, n.: etwas außergewöhnliches, den Naturgesetzen oder aller Erfahrung widersprechendes und deshalb der unmittelbaren Einwirkung einer göttlichen Macht oder übernatürlichen Kräften zugeschriebenes Geschehen, Ereignis, das Staunen erregt bzw. etwas, was in seiner Art, durch sein Maß an Vollkommenheit das Gewohnte, Übliche so weit übertrifft, dass es große Bewunderung, großes Staunen erregt. Ein wenig anders als in dieser Dudendefinition bedeuten Wunder für uns Christen Ereignisse, in denen wir Gott am Werk sehen, in denen wir die Gegenwart unseres Herrn erkennen und spüren können.

 

In der Bibel finden sich dazu zahlreiche Berichte im Alten Testament, in denen über sein wunderbares Eingreifen für sein Volk oder einen einzelnen Menschen berichtet wird und welche gleichzeitig die Dankbarkeit für das Erleben dieser Wunder verdeutlichen. Durch die Wunder Jesu wird darüber hinaus seine Liebe zu uns sowie seine helfende Fürsorge deutlich, als er bspw. Blinden das Augenlicht wiederschenkt oder auf der Hochzeit zu Kana Wasser in Wein verwandelt. Wann aber vollbringt Gott, wann vollbringt Jesu noch heute in unserem, in deinem oder in meinem Leben Wunder? Was bezeichnest DU in deinem alltäglichen Leben als Wunder und brauchst du diese „Wunder“, damit dein Glaube bestätigt oder gefestigt wird?

Besonders bei der letzten Frage gilt es zu überlegen, was passieren würde, wenn etwas Unerwartetes oder Erschreckendes eintritt. Dies würde in der Schlussfolgerung unseren Glauben erschüttern. Somit ist ein Glaube, der einzig auf Wunder baut, kein reifer Glaube. Das größte Wunder vollbrachte Gott ohnehin, als er in Jesus Christus zur Erde kam, um schließlich für unsere Sünden am Kreuz zu sterben. Ich denke, wenn wir uns dessen bewusst sind, ebenso wie des Wunders der Erlösung durch den Glauben an Jesus Christus, ist es uns (wieder) möglich, auch die „kleinen“ Wunder in unserem Alltag zu entdecken, schätzen und genießen zu lernen, wie z.B. die Hilfsbereitschaft eines Fremden, erste grüne Blätter, die den Frühling ankündigen oder das Leuchten der Sterne in einer klaren Sommernacht. Damit dies gelingen kann, ist es vielleicht hilfreich, sich vorm Schlafengehen oder im Gespräch mit Gott jeweils drei Dinge zu überlegen, für die man an diesem Tag dankbar sein kann. Letztlich besteht die wahre Lebenskunst „darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen“ (Pearl S. Buck).

Eure Katja Hennig

Bild: Bernd Kasper / pixelio.de