Andacht Januar - Nehmt einander an - Gott fordert uns heraus

"Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob." Römer 15,7

Die Jahreslosung für das jetzt beginnende Jahr 2015 ist ein wichtiges und gewichtiges Wort, welches uns der Geist Gottes mitten in unseren Alltag hineinspricht.

Die Losung passt auch zu unserem Gemeindemotto, welches wir zusammen beschlossen haben und z. B. auf jeden Briefkopf zu finden ist: GEMEINSAM. GLAUBEN. ERLEBEN. Damit ist nicht gemeint, dass wir einmal am Sonntag mit allen am Gottesdienst teilnehmen, sondern hier geht es um echte und tiefer gehende Beziehungen, die wir miteinander eingehen wollen. In den zurzeit stattfindenden Gesprächen im Rahmen der Pastorensuche ist es üblich, von sich zu erzählen, um sich gegenseitig kennen zu lernen. Uns werden dabei Fragen wie diese gestellt: „Wer bist du, was macht dich aus, welche Schwerpunkte liegen dir auf dem Herz?“ „Wer seid ihr, was lebt in eurer Gemeinde, gibt es Schwächen, wo liegen eure Stärken?“ Ganz konkret die Frage an uns als Gemeinde: „Wie lebt ihr euer Motto?“

Diese Frage möchte ich gern weitergeben. Ja, wie leben wir unser Motto? Hier sollen eher keine Antworten stehen, sondern die herzliche Bitte an euch, darüber nachzudenken.

Paulus schreibt einen Brief an die christliche Gemeinde in Rom, weil er ihre Hilfe braucht, um zu missionieren. Das Wichtigste ist für ihn, das Evangelium zu den Menschen zu bringen, die die rettende Botschaft des Christus noch nicht kennen. Gott hat seinen Heilsplan in Gang gesetzt, der in der Geburt seines Sohnes Jesus Christus und dessen Tod am Kreuz und in der Auferstehung gipfelt, damit allen Menschen zum ewigen Leben geholfen werde! Egal, welcher Nation er angehört, aus welcher gesellschaftlichen Schicht er kommt und egal wie sein Vorleben aussieht. Die Liebe Gottes, die so etwas zustande bringt, ist unermesslich.

Von dieser Liebe zu allen Menschen angetrieben, möchte der Apostel Paulus eine Missionstätigkeit im Westen, z. B. in Spanien, beginnen und benötigt dazu die konkrete Unterstützung der christlichen Gemeinden in Rom.

Wie wir alle wissen, so war es auch Paulus klar, dass eine Unterstützung durch bevollmächtigtes Gebet, praktischen Hilfestellungen und auch finanzieller Rückhalt nur erfolgen kann, wenn Einigkeit unter den Geschwistern herrscht.

„Nehmt einander an“ oder in anderer Übersetzung „nehmt einander auf“ ist der Aufruf des Wortes Gottes an uns. Gemeinde kann ihrer Aufgabe in ihrer Umgebung nur gerecht werden, wenn dieses geistliche Grundprinzip gelebt wird. Eine echte Herausforderung an uns. Nicht Sympathie, ein übereinstimmender Glaubensstil, die gesellschaftliche Stellung oder das Alter entscheiden, ob ich Gemeinschaft mit Schwester X oder Bruder Y habe, sondern einzig und allein die Liebe unseres Herrn verbindet uns über alle Unterschiede zu einer echten geistlichen Gemeinschaft! Dazu gehört, dass wir uns gegenseitig wertschätzen, ja, den anderen höher schätzen als uns selbst. 

Ein Grundprinzip der Liebe ist die Vergebung. Ernsthaft wollen wir danach streben und aktiv den ersten Schritt tun, und uns gegenseitig Vergebung zusprechen! Einander annehmen ist die richtige Art und Weise Gott zu loben und Ihn zu ehren. Gleichzeitig werden wir erleben, dass die vielfältigen Aufgaben der Gemeinde, Jesus zu den Menschen zu bringen und für Seine Rettung zu werben, mit neuen geistgefüllten Ideen vorangebracht werden können und unter Gottes Segen stehen!

Ein neues Jahr beginnt und damit wieder die Chance, einen Neubeginn zu starten. Lasst uns nach dem Beispiel Jesu einander annehmen, so wie wir sind.

Ich bin gespannt, welche wunderbaren Entwicklungen wir in unserer Gemeinde erleben werden.

Euer Horst-Joachim Weiße